Die Geschichte der Icons.

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^ MS DOS

Die GUI. Wenn man über die Computer Icons Betrachtungen anstellen will, dann kommt man nicht umhin, die Geschichte des Computers, im Speziellen die Geschichte der grafischen Benutzeroberfläche anzuschauen. In den Anfängen der Computertechnologie waren Icons unbekannt, da nur benutzerorientierte Oberflächen (CLI Command line interface) vorherrschten. Das bekannteste Pendant dazu ist MS-Dos. Alle Befehle mussten mit Texteingaben gemacht werden. Die erste MS-DOS Version erschien um 1980. DOS war vielseitig verwendbar, relativ stabil - und für unerfahrene Benutzer völlig unverständlich. Der schier unendliche Zeichenstrom auf dem Bildschirm dokumentierte jeden einzelnen Schritt des Systemstarts, Prozess für Prozess, Aufgabe für Aufgabe. Diese zeichenorientierte Darstellung wirkte auf Computer Neulinge abschreckend.

 

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  ^ Altosystem

Die erste grafische Benutzeroberfläche (GUI Graphical User Interface) wurde von Xerox entwickelt. Sie hiess Xerox Alto und erschien 1973. Dank der Erfindung der Computermaus wurde die GUI erst richtig ausgenutzt. Xerox legte mit dem Alto den Grundstein für alle zukünftigen GUI‘s. Steve Jobs übernahm viele der Ideen des Altos für sein Betriebssystem Mac OS. Somit ist die populäre Meinung, Apple habe die GUI erfunden, widerlegt. In dieser Zeit entstanden die zwei Hauptkonkurrenten der Betriebssystem Industrie. Microsoft mit ihrem GUI System Windows, und Apple mit Mac OS, welches aber dazumal noch keinen richtigen Namen hatte.

 

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^ Windows 1.0 ^ Vista

Windows. Da Anfang der 80er Microsofts Hauptgeschäft darin bestand, DOS-Lizenzen zu verkaufen, entschloss sich Bill Gates, eine grafische Oberfläche für DOS zu schaffen, um der Konkurrenz von VisiON und anderen entgegen zu wirken. Im April 1983 war dann die erste Version fertig, die sich „Interface Manager“ nannte, die PR-Manager erschufen aber den Namen Windows, da die Entwickler immer von Fenstern sprachen.
Daraufhin kündigte Bill Gates - entgegen der Meinung der Entwickler - Windows für eine Computerausstellung in Las Vegas 1983 an. Als im Januar 1984 der Mac erschien, war Bill Gates so begeistert, dass er ein Uptade für Windows plante, was eine Menge Arbeit für die Entwickler bedeutete. Der offizielle Release-Termin war schon Monate überfällig, da forderte Gates, dass Windows DOS-Programme, ähnlich wie IBMs TopView, auszuführen. Dies verschob den Auslieferungstermin von Juni 1985 dann auf den November 1985.

 

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^ Mac OS 7 ^ Mac OS 10.5

Mac OS. Mac OS erschien ebenfalls im Jahre 1984. Es war das erste Betriebssystem mit einer GUI, welches kommerziell vertrieben wurde. So erschien Version für Version. Apple hatte in ihrer Geschichte häufig mit Rückschlägen in der Entwicklung zu kämpfen. Eine neue Betriebssystemversion namens Copland musste sogar komplett eingestampft werden. Apple war in einem Dilemma, in dieser Not kaufte sie die Firma NeXT von Apple Gründer Steve Jobs auf, welcher Apple verlassen hatte und an einem neuen System werkelte. Auf dieser Basis wurde das aktuelle Mac OS X entwickelt. Auch heute noch läuft in den PCs fast unverändert dieselbe Routine ab wie zu MS-Dos Zeiten, bevor die Windows GUI die Steuerung übernahm.

Bei Apple verfolgte man einen gegenteiligen Ansatz. Nach der Philosophie von Apple sollte man auch dann in der Lage sein einen Computer zu bedienen, wenn man nicht genau weiss, wie er funktioniert. Ebenso wie man ein Auto fahren kann ohne über die Abläufe im Motor bescheid zu wissen. Solange alles funktioniert, sollten Benutzer nicht mit Informationen belastet werden. Nur bei Fehlern kommt eine Meldung.

Und genau das ist die wesentliche Funktion eines Computericons. Es stellt in vereinfachter Form optisch einen komplexen Prozess dar. Die Redensart: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ bringt es auf den Punkt. Dieses Konzept führte auch zur Entwicklung der GUI, die dem Benutzer nur die wichtigsten Informationen anzeigt und den Rest verbirgt.

Der überwältigende Erfolg des Computers fusst hauptsächlich auf der Erfindung der GUI und deren Benutzerfreundlichkeit. Sie sind kaum noch aus unserem Alltag weg zu denken. Ohne die GUI wären die Computer nur für eine Minderheit verständlich gewesen.

In den Anfängen der GUI hatten die Icons eine Größe von maximal 32x32 Pixel und es waren nur zwei Farben möglich. Dies beschränkte die Grafiker enorm. Trotzdem sind die heute aktuellen Icons den ersten Generationen noch sehr ähnlich. So wird die weisse Fläche mit der umgefalzten Ecke, welche ein Papierblatt symbolisiert, auch heute noch in den aktuellen Icons verwendet.

Im vergleich zu anderen Symbolen sind Icons noch sehr jung. Man kennt sie erst seit etwa 20 Jahren.

 

Symbole geschichtlich. Die ältesten entdeckten Malereien der Menschheit finden sich in der Chauvet Höhle in der Ardèche in Frankreich. Sie sind über 30‘000 Jahre alt. Diese Höhlenmalereien waren sehr naturalistisch in dem bestreben die Tiere und Ereignisse mit möglichst vielen Details wieder zu geben.
Mit der Zeit änderte sich der Kommunikationsbedarf von der reinen Darstellung hin zur Geschichtsaufzeichnung . So wurden die Bilder immer stärker stilisiert, bis sie schliesslich keine genaue Abbildung, sondern nur noch eine Darstellung des betreffenden Objekts waren.

Piktogramme, also Bilder die einzelne Objekte darstellen, wurden von Ideogrammen abgelöst, die nicht mehr das Objekt selbst, sondern das dahinter stehende Gefühl ausdrücken wollte (z.b. Sonne als Symbol für Wärme.) Diese Bilder sind in heutiger Sicht durchaus vergleichbar mit den heutigen Symbolen. Die stark vereinfachten Abbildungen waren meist von einheitlicher Grösse und sofort erkennbar. Zudem bot die Symbolschrift den Vorteil, dass sie Sprachbarrieren überschritt. Dies ist mit den heutigen Icons genauso der Fall, da in der ganzen Welt und in jedem Kulturkreis Computer zu finden sind, die von Leuten mit unterschiedlicher kultureller Prägung und Sprache bedient werden. Allerdings waren bei den ägyptischen Hieroglyphen die Stilisierung so weit fortgeschritten, dass bis zur Entschlüsselung eines speziellen Steins, die Bedeutung völlig im Dunkeln lag.
Genau so verhält es sich auch mit den asiatischen Schriftzeichen. Diese haben sich ebenfalls so weit von ihren ursprünglichen Objekten, welche sie darstellen entfernt, dass sie ohne Sprachkenntnisse unmöglich gelesen werden können.

Anders verhält es sich mit unseren europäischen Schriften. Diese waren nie an Objekte angelehnt, daher kann von ihrer Form nicht auf ihre Bedeutung geschlossen werden.

 

Ergänzende Symbole. Auch nach dem das geschriebene Wort das Kommunikationsmittel Nummer eins wurde, werden Symbole trotzdem weiterverwendet.

Die Marine erfand Flaggensymbole die gleichzeitig für einen Buchstaben oder ein Symbol standen. Zünfte entwickelten eigene Symbole, deren Bedeutung absichtlich undurchschaubar war, damit nur Eingeweihte sie verstehen konnten.

Fast jede Berufsgruppe verwendet zur Darstellung ihrer Elemente Symbole. Dabei ist einfache Erkennbarkeit und kompakte Form von entscheidender Bedeutung: Ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte zur Darstellung der Sonne ist auf einer überfüllten Sternkarte erheblich leichter zu finden als das Wort, für das er steht.
Die auf Wappen verwendeten Symbole sind eine Kunst für sich. Jedes Emblem, jede Farbe und jedes Motiv bezieht sich auf eine bestimmte Tat oder Aktion oder hat eine bestimmte Bedeutung. Heraldische Symbole werden bis heute gepflegt und weiterentwickelt.

Eines der erfolgreichsten und beständigsten Beispiele für die Verwendung von Symbolen sind Musiknoten. Sie wurden im 11. Jahrhundert entwickelt und seither nur geringfügig geändert. Innovative Musiker wie Mozart ergänzten nur wenige neue Symbole, wie den Doppelpunkt.

 

Universelle Erkennbarkeit. Einige Symbole sind mittlerweile in unserem Bewusstsein dermassen verankert, dass wir sie als Teil der Sprache wahrnehmen. So ist das Herz ganz klar erkennbar, obwohl es nicht wirklich die Form eines menschlichen Herzens hat. Das Nike Zeichen ist mittlerweile so bekannt, dass der Konzern inzwischen den Schriftzug weglässt und nur das Symbol verwendet. Aber kein Symbol trägt so viel Gewicht, wie das Symbol einer Nationalflagge. Dennoch haben sich viele Flaggen im Laufe der Zeit zu ihrer heutigen Form entwickelt. Zu einer Zeit, als die Mehrheit der Leute nicht lesen und schreiben konnte waren Symbole absolut wichtig. So wurden im Mittelalter die Läden mit eindeutigen Symbolen auf ihren Aushängeschildern versehen um erkannt zu werden. Es war ware meistens eine schlichte Darstellungen der angebotenen Ware. Eine Brille beim Optiker, ein Bierkrug beim Schankwirt etc.
Bei anderen Situationen ist es wichtiger das Symbol schnell erkennen zu können, als sein leichtes Verständnis. Ein typisches Beispiel ist das Verkehrsschild. Der Fahrer muss auch bei hoher Geschwindigkeit das Symbol lesen können. Unwichtig ist, ob er die Abbildung auch verstehen kann.

 

Durchbrechen der Sprachbarriere. Die Verkehrssymbole sind nicht auf Verständnis ausgelegt. Das heisst, sie müssen erlernt werden. Durch die Industrialisierung wurde es möglich Waren international anzubieten. Um nicht für jedes Land eine eigene Version des Produktes zu entwickeln, wurde auf Symbole zurückgegriffen. Ein gutes Beispiel sind Videorekorder und Abspielgeräte. Stopp, Play, Pause etc. haben visuell gesehen keine Aussage. Durch ihre enorme Verbreitung gelten diese Symbole automatisch für ihre Aktionen die sie bei einem Druck auf die jeweilige Taste ausführen. Sei es bei Waschmaschinen, Billettautomaten, Mikrowellen Backöfen, Elektrogeräten oder Computern, Heute sind solche Symbole praktisch überall anzutreffen.

MS DOS,
Der erste Computer mit einem grafischen Interface.
Die Oberfläche des Xerox Alto.
Das erste Windows Betriebssystem mit einer GUI.
Das aktuelle Betriebssystem von Windows.
Das Mac Betriebssystem zur Zeit von Windows 1.0
Leopard, das neuste Betriebssystem von Apple
Die ältesten bekannten Höhlenmalereien aus der Chauvet Höhle in der Ardèche, Frankreich.
Die Schriftzeichen der alten ägyptischen Kultur.
Musiknoten sind Symbole, die wie das Alphabet erlernt werden müssen.
Symbole die jeder kennt.
Zwei Symbole die sich international durchgesetz haben.
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